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Studie beweist: Blutzuckertest rettet ungeborenes Leben

Wenn sich der Hormonspiegel während der Schwangerschaft ändert, reagiert jede zwanzigste Frau darauf unbemerkt mit einer vorübergehenden Zuckerkrankheit. Eine rechtzeitige Früherkennung schützt das Baby.

Wenn sich der Hormonspiegel während der Schwangerschaft ändert, reagiert jede zwanzigste Frau darauf unbemerkt mit einer vorübergehenden Zuckerkrankheit. Eine rechtzeitige Früherkennung schützt davor, dass das Baby unter diesem Schwangerschafts-Diabetes leiden muss.

© obs/Techniker Krankenkasse

Jeden Tag stirbt in Deutschland ein Baby kurz vor oder während der Geburt, weil seine Mutter unerkannt an Schwangerschafts-Diabetes leidet. Eine neue Studie der Universität Adelaide (Australien) belegt, dass man diese Todesfälle mit einem speziellen Blutzuckertest verhindern kann. Ab sofort übernimmt die Techniker Krankenkasse (TK) bundesweit die Kosten für diesen Test, der bisher keine Kassenleistung ist.

"Durch die Hormonveränderungen kommt es bei jeder zwanzigsten Frau während der Schwangerschaft zu einer vorübergehenden Zuckerkrankheit", sagt Dr. Christoph Straub, stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der TK. Das Problem: Für die werdenden Mütter bleibt der Schwangerschafts-Diabetes beschwerdefrei und oft auch unentdeckt, weil die herkömmlichen Zuckertests nicht ausreichen. So geschieht es, dass von den 700.000 Babys, die in Deutschland jedes Jahr zur Welt kommen, rund 35.000 unter dem unbehandelten Diabetes ihrer Mutter leiden. Sie reagieren auf den zu hohen Blutzuckerspiegel der Schwangeren mit extremer Nährstoffaufnahme und weerden zu dick; im schlimmsten Fall stirbt das Kind noch im Mutterleib.

Erkennt und behandelt man den Schwangerschafts-Diabetes, können die schädlichen Auswirkungen für das Kind fast vollständig verhindert werden. Das zeigt eine jetzt im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie der Universität Adelaide. Die Wissenschaftler teilten dabei rund 1.000 Frauen mit Schwangerschafts-Diabetes nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen ein. Während die eine Gruppe gegen den Diabetes behandelt wurde, blieb die Kontrollgruppe ohne Therapie. Das Ergebnis: Keine Todesfälle in dere behandelten Gruppe, deutlich weniger Komplikationen bei der Geburt (30 Prozent) und weniger unnatürliches Übergewicht bei den Neugeborenen (Kontrollgruppe: fünf Todesfälle). "Wegen der Methode ist die Studie aus ethischen Gründen in Deutschland nur eingeschränkt nachvollziehbar. Doch wir können an den Ergebnissen nicht vorbeischauen, weil es hier buchstäblich um eine Frage von Leben und Tod geht", so Dr. Straub.

Um ihre jährlich rund 50.000 neugeborenen Versicherten zuverlässig vor den Folgen des Schwangerschafts-Diabetes zu schützen und die Sterblichkeitsrate zu verringern, übernimmt die TK ab sofort, ergänzend zum herkömmlichen Urintest, einen zuverlässigen Blutzuckertest. Bei diesem Test trinken die schwangeren Frauen eine Zuckerlösung (50 Gramm Zucker). Eine Stunde später verrät eine Blutprobe, ob es einen Anfangsverdacht gibt und eine weitere Untersuchung notwendig ist. Liegt der Befund vor, kann der Arzt sofeort mit der Therapie beginnen. Die Behandlungskosten rechnet die Praxis wie gewohnt über die Krankenversichertenkarte ab. Die rund zehn Euro für den Zuckertest legen die schwangeren Frauen aus und erhalten diese von der TK zurück.

Weitere Informationen zum Thema Schwangerschaft und Diabetes gibt es im TK-Schwangerschaftsportal unter www.schwangerschaft-point.de.

© Juli 2005 - ots Originaltext: Techniker Krankenkasse

Informationen:
Techniker Krankenkasse
Bramfelder Straße 140
22305 Hamburg
www.tk-online.de
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