Bowle: Ein prickelndes Vergnügen
In den 50ern, 60ern und 70ern war sie der Getränke-Star auf jeder Party: die Bowle. Ihre kulinarischen Begleiter hießen meist Käse-Igel, Schinken-Röllchen, gefüllte Eier oder Toast Hawaii. Doch wie diese kam sie nach und nach aus der Mode. Longdrinks, Cocktails mit Tomaten-Mozzarella-Salat oder Wraps entsprachen wohl mehr dem Zeitgeist. Und so verschwanden "Kalte Ente" - einer der Bowlen-Klassiker aus Sekt, Weißwein und Zitrone – und viele weitere leckere Bowlen-Rezepte in der Versenkung. Ihre Auftritte beschränkten sich meist nur noch auf die Feuerzangen- oder Maibowle. Auch bei Kindergeburtstagen glänzte sie häufig als alkoholfreie Erfrischung. Im Zuge der Retro-Welle kramt so mancher den Bowle-Topf wieder hervor und stöbert nach alten und neuen Rezepten. Zu Recht, denn die erfrischenden Kombinationen aus Obst oder Gemüse, Fruchtsaft oder Wein, Sekt oder Mineralwasser, manchmal auch Zucker, Tee oder Spirituosen brauchen sich nicht hinter Caipirinha und Co. zu verstecken. Rezept-Ideen für Bowle gibt es massenhaft: Allein in "Herings Lexikon der Küche" zählt man über 40. Neben den Klassikern finden sich Weinblüten- und Sellerie-Bowle. Datenbanken im Internet spucken auch Rezepte für Melonen-Bowle mit Basilikum, Altbier- oder Weißbierbowle, Rosenblüten-, Gurken-, oder Rhabarberbowle sowie Gummibärchenbowle aus.
Als Bowle bezeichnet man laut Wikipedia, dem Internetlexikon, "ein kaltes aromatisches Mischgetränk, dessen Grundlage meist Weißwein bildet." "Ach, dann ist die berühmte Feuerzangenbowle, gar keine Bowle", werden Sie sich fragen. Richtig, sie ist ein Punsch, ein alkoholhaltiges Heißgetränk. Bereits im 18. Jahrhundert war das prickelnde Vergnügen Bowle in Deutschland bekannt. Der Name stammt aus dem Englischen und leitet sich von "bowl" ab, dem Begriff für Schüssel, Napf oder Schale. Und so wird sie auch serviert: In einem großen Topf; am besten durchsichtig, damit man die leckeren Früchte gut sieht. Bowle kann man eigentlich immer servieren: Auf der lockeren Grillparty schmeckt sie genauso gut wie auf einem eleganten Sommerfest. Ein weiterer Vorteil: Sie lässt sich ausreichend lange vor dem Eintreffen der Gäste zubereiten. Viele Gründe sprechen also dafür, seinen Besuchern zu Grillfleisch oder Fingerfood eine erfrischende Bowle –mit und ohne Alkohol - zu servieren. Und so geht’s: Früchte oder Gemüse säubern, in kleine mundgerechte Stücke schneiden, mit Zucker bestreuen und ziehen lassen. Mit Wein, Tee oder Fruchtsaft aufgießen und im Kühlschrank mindestens zwei Stunden ziehen lassen. Manche Bowle-Freunde lassen diesen Ansatz auch über Nacht ziehen. Kurz vor dem Servieren mit sehr gut gekühltem Mineralwasser oder Sekt aufgießen. Die Serviertemperatur sollte bei 5 bis 8° C liegen. Nach dem Aufgießen nur noch leicht und vorsichtig umrühren und abdecken. Sonst entweicht das herrliche Aroma.
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