Die Höhlenvillen von Halberstadt: Felsenwohnungen waren bis 1916 bewohnt und können heute besichtigt werden

Dienstag, 28.07.2015 | Tags: Deutschland | Bewertung:
  • Die gemütlich eingerichteten Felsenwohnungen wirken, als seien ihre Bewohner nur kurz ausgegangen.
    Die gemütlich eingerichteten Felsenwohnungen wirken, als seien ihre Bewohner nur kurz ausgegangen.
    © djd/Halberstadt Information/Paul Schäfer
  • (djd/pt). Höhlen faszinieren viele Menschen. Meist strahlen die unterirdischen Behausungen eine gruselige Dunkelheit und Gefahr aus. Ganz anders, aber nicht weniger spannend wirken die Höhlenwohnungen bei Langenstein vor den Toren von Halberstadt: Hier überrascht der Anblick von ordentlichen Haustüren, Fenstern mit Gardinen und roten Geranien in einer Felswand. Dabei handelt es sich um die Höhlenstraße am Schäferberg - eine einmalige Reihe von ehemals zehn Höhlenwohnungen, die bis 1916 bewohnt waren. Heute kann man fünf der "Felsenvillen" bei einem geführten Rundgang besichtigen und deren interessante Geschichte kennenlernen. Die Schlafnischen wurden hier direkt in den Sandstein gehauen, die Küchen sind voll ausgestattet und die Wohnstuben gemütlich eingerichtet, als wären die Bewohner nur kurz ausgegangen.

    Germanen und Landarbeiter

    Die ersten bewohnten Höhlen gab es an diesem Ort vermutlich schon in germanischer Siedlungszeit. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts haben dann junge Landarbeiterfamilien mit Hammer und Meißel die liebevoll gestalteten Behausungen aus dem Fels gehauen, wie sie bis heute zu sehen sind. Nachdem die Menschen ausgezogen waren, dienten die Höhlen fast 100 Jahre als Vorratskeller oder Tierställe. Jetzt wurden sie wieder hergerichtet. "Das ist ein außergewöhnliches Ausflugsziel für die ganze Familie ", sagt Beate Fuchs, Reiseexpertin des Verbraucherportals Ratgeberzentrale.de. "Zudem locken in Halberstadt und seiner landschaftlich schönen Umgebung viele kulturelle Sehenswürdigkeiten, Rad- und Wanderwege." Alle weiteren Informationen gibt es unter www.halberstadt.de.

    Herbstliche Ausflüge

    Im nördlichen Harzvorland sind viele Ausflugsziele gerade im Herbst auch auf Radtouren oder Wanderungen gut zu erkunden. So laden der Huywald und die Klusberge zu ausgedehnten Spaziergängen durch bunte Buchenwälder ein. Ausgeschilderte Radwege führen entlang des Grünen Bandes auf der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze oder auf dem Aller-Harz-Radweg durch die reizvolle Landschaft. Einen Besuch lohnen beispielsweise auch das Wasserschloss in Westerburg, die Bockwindmühle in Anderbeck, die Fachwerk-Altstadt in Osterwieck, die Wasserburg in Zilly und viele weitere Schlösser und Burgen, Mühlen und Museen. Hier verlaufen auch die Südroute der "Straße der Romanik", die "Deutsche Fachwerkstaße" und der Jakobus-Pilgerweg, der schließlich im spanischen Santiago de Compostela endet.


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