15 Jahre lang jeden Tag ein anderes Bier: Für die einzigartige Biervielfalt in Deutschland gibt es viele Gründe

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  • 15 Jahre lang könnte man jeden Tag ein anderes Bier aus Deutschland genießen - ohne auch nur eines davon doppelt zu trinken.
    15 Jahre lang könnte man jeden Tag ein anderes Bier aus Deutschland genießen - ohne auch nur eines davon doppelt zu trinken.
    © djd/Brauerei C. & A. Veltins
  • (djd). Mehr als 5.500 verschiedene Biere aus über 1.350 deutschen Braustätten - eindrucksvoller lässt sich kaum belegen, welche Bedeutung der Gerstensaft hierzulande hat. So könnte man über 15 Jahre lang jeden Tag ein anderes Bier genießen, ohne eines davon doppelt zu trinken. Wie kommt es zu dieser großen Auswahl? "Das fängt schon mit den Zutaten Hopfen und Malz an. Sie bringen viel Aroma ins Bier. Die Gärung sorgt dann für weitere Aromen. Und schließlich ist auch noch die Stammwürze ausschlaggebend. Je höher der Stammwürzegehalt, desto vollmundiger das Bier", erklärt Julia Buchheister von der Brauerei C. & A. Veltins, eine der wenigen weiblichen Biersommeliers Deutschlands. 

    Das Glas kann den Geschmacksunterschied ausmachen

    Der Hopfen sorgt für das spezifische Aromaprofil eines Bieres, bestimmt die Qualität der sogenannten Bittere und trägt einen großen Anteil dazu bei, dass ein frisch eingeschenktes Bier seine cremige, typische Schaumkrone erhält. "Der Hopfen prägt den ersten Eindruck, den man von einem frisch eingeschenkten Bier und dessen Duft bekommt. Zudem erhöht der Hopfen die Haltbarkeit des Bieres auf ganz natürliche Weise und ohne chemische Zusätze", so Buchheister. Ganz nebenbei sei der Hopfen als wirksames Heilmittel mit beruhigender Wirkung bereits seit dem Mittelalter bekannt. 

    Was viele nicht wissen: Auch das Glas kann beim Bier einen Geschmacksunterschied ausmachen, analog zum Wein. "Je nach Glasform kommt das Bier beim Trinken an unterschiedlichen Stellen auf der Zunge auf. Dabei nimmt die Zungenspitze stärker die Süße wahr, der vordere Zungenbereich ist empfindlich für salziges, der hintere eher für das Säuerliche. Und im Zungenhintergrund sind Bitterstoffe besonders dominant", erklärt Bierexpertin Julia Buchheister.

    Welches Bier zu welchem Essen?

    Als Basisregel empfiehlt Julia Buchheister helles Bier zu hellem Essen, also etwa ein Pils zum Hühnchen: "Je würziger die Speise, desto bitterer und kohlensäurehaltiger kann das Bier sein. Und je schwerer die Speise, desto leichter und milder sollte das Bier sein." Bei einem sogenannten Biermenü, so Biersommelierin Buchheister, gebe es auch Basisregeln: Man beginne immer mit dem trockensten und ende mit dem süßesten Bier, man starte mit dem mildesten und höre mit dem aromatischsten auf - und man fange immer mit dem alkoholärmsten Bier an und ende mit dem alkoholstärksten.

    Pils mit Abstand am beliebtesten

    (djd). In Deutschland gibt es die unterschiedlichsten Biersorten - mit Abstand am beliebtesten ist allerdings unverändert das Pils. Das spezielle Brauverfahren wurde vor über 130 Jahren im böhmischen Pilsen entwickelt. Dort verfügte man über besonders weiches Quellwasser - eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Herstellung von Pilsener. "Das Pils wird mit untergäriger Hefe gebraut, gegen Ende des Gärprozesses lagert sich die Hefe also nicht auf der Bieroberfläche, sondern am Boden des Gärtanks ab. Das Ergebnis ist ein feinherbes, erfrischend-spritziges Bier, das einfach den Geschmack der meisten trifft", erklärt Julia Buchheister von der Brauerei C. & A. Veltins, eine der wenigen weiblichen Biersommeliers Deutschlands.


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